Chiang Kaishek, der einst mächtigste Mann Chinas

Der für ein Vierteljahrhundert mächtigste Mann Chinas ist im Westen, ähnlich wie sein Mentor Sun Yatsen, mit der kantonesischen Form eines seiner Beinamen bekannt. Chiang (eigentlich Jiang Jieshi) wurde 1887 nahe Ningbo (Provinz Zhejiang) in eine Kaufmannsfamilie geboren. Er schlug die Soldatenlaufbahn ein, studierte in Japan und schloss sich 1911 der republikanischen Revolution an. 1923 avancierte er zum Generalchef der Nationalpartei Guomindang und bald darauf zum Leiter der Militärakademie Whampoa, die die militärische Wiedervereinigung Chinas vorbereiten sollte. Nach dem Tod Sun Yatsens wurde er dessen Nachfolger. Tatsächlich gelang es Chiang 1927/28, China weitgehend wieder zu einem, doch scheiterte er mit seinen blutigen Versuchen, die kommunistische Bewegung auszumerzen. Gegenüber Japans militärischer Aggression reagiert er konzeptionslos. In der Kriegshauptstadt Chongqing überstand er den Zweiten Weltkrieg nur dank amerikanischer Unterstützung, und dank der Ehe mit Meiling Song, die aus einer der reichsten Familien Chinas stammte. Ihre Schwester Qingling Song war ab 1915 mit dem 30 Jahre älteren Präsidenten Sun Yatsen verheiratet. Nach 1945 verspielte Chiang die neue Macht durch die extreme Korruption in seiner Regierung. Nach der Flucht nach Taiwan (1949) etablierte er dort eine stabile Entwicklungsdiktatur. Chiang starb 1975 in Taipei.

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