Die Sehenswürdigkeiten von Tibet und der Stadt Lhasa

Die Stadt Lhasa ist Hauptstadt der Autonomen Region Tibet (ART) und ebenfalls das kulturelle und religiöse Zentrum der Provinz. Lhasa wird auch „das Dach der Welt“ genannt, da die Stadt auf einer Höhe von über 3500 Metern, auf dem fruchtbarsten Landstrich des Hochplateaus von Tibet, liegt. In Lhasa findet man weder Industriegebiete noch übervolle Strassen oder mit Musik lärmende Geschäfte, obwohl es etwa 150.000 Einwohner in Lhasa gibt. Somit ist die Stadt die bevölkerungsreichste der Provinz und auch größtenteils noch unverändert geblieben so wie noch vor vielen Jahrzehnten.
Der Potala Palast blickt auf die Stadt herab, die von den Han-Chinesen gestürmt, jedoch nicht geplündert werden konnte. Auch die zauberhaften Tore und unzähligen Tempel von Lhasa, allem voran der legendäre Jokhangtempel führen ins geheimnisvolle Reich des tibetischen Buddhismus.

Der Potala Palast
Das wirklich auffälligste und prächtigste Bauwerk in Tibet ist wohl der Potala Palast. Wie eine gewaltige Burg thront der Palast auf dem Roten Berg und beherrscht so das Stadtbild von Lhasa. Einst war er mal die Winterresidenz des Dalai Lama und gilt heute als das Symbol für Lhasa.
Seinen Namen hat der Palast vom Berg Potalaka, dem heiligen Zuhause des Bodhisattvas der Gnade, Avalokiteshvara, der in China als Göttin Guanyin verehrt wird.
Der Potala-Palast besteht aus zwei Teilen, dem Weißen Palast (1645 – 1653 erbaut) und dem Roten Palast (1690 – 1693 erbaut).
Der äußere, weitläufigere Teil, der Weiße Palast, diente dem Dalai Lama als Residenz im Winter sowie als Regierungssitz.
Der Rote Palast im Innern ist ein herrliches Reich aus Tempeln und spirituellen Gebäuden.
Die gewaltigen Mauern, die den labyrinthartigen Palast mit seinen tausend Räumen umgeben, sind an den Südecken mit Wachtürmen bewehrt.
Der Grundstein zum Palast wurde im 7. Jh gelegt, doch sind aus diesem Tagen nur noch wenige Strukturen erhalten. Unter dem 5. Dalai Lama erfuhr das Gebäude im 17.Jh einige bedeutende Umbauten, in der Zeit nämlich, als  Lhasa wieder die Hauptstadt von Tibet wurde. Im 18. Jh wurde die Anlage erweitert und im 20. Jh grundlegend renoviert. Die Wirren der Kulturrevolution überstand der Palast dann weitgehend unbeschadet.

Der Jokhangtempel
Eines der ältesten Gebäude in Lhasa ist der labyrinthartige Jokhangtempel, der heiligste in Tibet. Der Tempel entstand 647 nach den strengen Prinzipien der Geomatik und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach verschönt und restauriert.
Die Kulturrevolution fügte ihm größten Schaden zu. Heute quillt der von Kerzen erhellte Tempel vor Kunstwerken beinahe über.
Er gliedert sich in ein inneres und ein äußeres Heiligtum. Den rechteckigen inneren Jokhang umgibt ein heiliger Ritualweg, Nangkor, mit Gebetsrädern. Der innere Jokhang selbst besteht aus Kapellen und Hallen, es gibt überaus wertvolle Schriften in mehreren Stockwerken. Seine goldenen Dächer kann man besichtigen.

Sichuan, Tibet Plateau und Barkhor
Weitere Kapellen und Hallen umgeben den äußeren Jokhang. Am Rand der Barkhor, ein heiliger Umwandlungsweg für Pilger, liegt hier, die den Tempel im Uhrzeigersinn umrunden. Man findet hier auch viele Marktbuden, wo man ein Gebetsrad oder einen doppelten „dorje“, eine Art Zepter, erstehen kann und natürlich die üblichen Händler und Schlepper sind hier auch zu finden.

Der Norbulingka Palast
Dieser Palast und sein Park war die ehemalige Sommerresidenz des Dalai Lama. Der Palast liegt in der westlichen Vorstadt von Lhasa und etwa 1,5 km vom Potala Palast entfernt. Norbulingka bedeutet auf Tibetisch „der Schatzgarten“. Der Park hat eine Fläche von mehr als 350.000 m². Auf dem Gelände des Parks befinden sich mehrere Paläste, eine Oper, heilende Quellen, viele Pavillons, Regierungsgebäude und ein Zoo. Genau wie auch der Potala Palast wurde er im Laufe der Zeit erweitert.

Der Ramoche Tempel
Das zweitwichtigste religiöse Gebäude in Tibet ist der Ramoche Tempel und ist in der Altstadt von Lhasa zu finden. Der Tempel war damals der Aufenthaltsort der Jowo Shakayamuni. Jokhang und Ramoche tauschten damals aus Sicherheitsgründen ihre heiligsten Statuen. Somit sieht man heute im Ramoche Tempel die „Jowo Mikyö Dorje“ (vergoldete Bronzestatue). Es gibt aber noch viele weitere und sehr wertvolle Statuen und Figuren im Tempel zu sehen.
Als der Tempel damals abbrannte, wurde er wieder neu aufgebaut, von den Mongolen wieder zerstört. In den 80er Jahren wurde der Ramoche Tempel komplett renoviert und ist bis heute noch im sehr guten Zustand.

Das Drepung Kloster
Im 15. Jh wurde das Drepung Kloster etwa 8 km nördlich von Lhasa gegründet.
Einst lebten in diesem größten Kloster der Welt 10.000 Mönche. Die Anlage überstand die Flammen des Bürgerkriegs, Mongoleneinfälle und die Kulturrevolution. Heute sind hier allerdings nur noch etwa 500 Mönche zu Hause. Die Anlage besteht aus vielen Hallen und Kapellen, darunter die Versammlungshalle mit einem goldenen Dach. Am heiligsten ist der Jampa Tongdroi Lhakhang mit einem 15 Meter großen Maitreya-Buddha.
Erbaut hatten die Anlage die Anhänger der Gelbmützensekte im typisch tibetischen Stil. Es war das Zentrum der Sekte.

4 comments

  1. Tibet ist immer eine Reise wert! In den letzten Jahren war Ich bereits 3 Mal dort gewesen und habe eine komplett andere Welt entdeckt. Lhasa ist nicht alls, was man dort besichtigen soll. Etwas von der Stadt weg erlebt man viel mehr.

  2. Im Potala-Palast werden viele wertvolle Kulturgegenstände und Fresken aufbewahrt, wie z. B. Sutras auf Pettra Blättern aus Indien, das „Ganggyur“ (der Kanon des tibetischen Buddhismus) oder vom Kaiser der Qing-Dynastie dem Dalai Lama überreichte Goldblätter und goldene Siegel.

  3. Der Jokhang-Tempel liegt in der Mitte von Lhasas Altstadt und wurde angeblich im 7. Jh. von Songtsan Gampo, Prinzessin Chizun aus Nepal und Prinzessin Wencheng der Tang-Dynastie zusammen aufgebaut. Die vierstöckige Haupthalle vereint die Merkmale verschiedener Architekturstile, nämlich des Han-chinesischen, des tibetischen, des indischen und des nepalesischen Stils, und verkörpert das Mandala, das buddhistische Weltbild. Die große Sutras-Halle im Zentrum symbolisiert den Kern des Universums. Die Shakjamuni-Halle spielt die wichtigste Rolle in dem ganzen Tempel.

  4. Dieser Tempel liegt am Fuß des Selawuzi-Bergs nördlich von Lhasa. Er gehört zu den drei größten Tempeln Lhasas und ist zugleich einer der sechs größten Tempel der Gelben Sekte. Er wurde von Sijiayixi, einem Jünger Tsongkapas, im Jahr 1419 gebaut. Früher war er der „Shaolin-Tempel“ Tibets und bildete Leibwächter für hohe Beamte und vornehme Persönlichkeiten heran. Am 27. Tag des zwölften Monats nach dem tibetischen Kalender findet im Sera-Tempel das eindrucksvolle „Serabengqen“- Fest statt. Gläubige strömen wie ein Bienenschwarm aus verschiedenen Orten zusammen und es herrscht ein lebhaftes Treiben.

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