Aufgrund vieler Beschwerden aus der Öffentlichkeit wegen zu hoher medizinischer Kosten, hat China entschieden in 16 Städten ein Pilotprojekt zur Reform von Krankenhäusern vorgeschlagen. Am Dienstag wurde ein offizielles Schreiben veröffentlicht in welchem die Krankenhäuser angewiesen werden ihr Gesundheitssystem kostengünstiger, effektiver und optimaler zu gestalten, sowie die eigenen Fachkräfte zu motivieren.
Das Ziel öffentlicher Krankenhäuser müsse darin bestehen im öffentlichen Interesse zu wirken. Das oberste Ziel müsste der Schutz der Gesundheit des Volkes sein, so jedenfalls laut dem Dokument des Gesundheitsministerium und vier weiterer Ministerien.
Von den 16 Krankenhäusern welche reformiert werden sollen befinden sich sechs im Osten, vier im Westen Chinas und hier sollen die Reformen noch in diesem Jahr umgesetzt werden.
Im April 2009 wurde von der chinesischen Regierung ein Plan zur Gesundheitsvorsorgung für die kommenden Jahre veröffentlicht und damit die Reform des längst überfälligen Gesundheitssystems gestartet.
Li Ling, ein Professor am Zentrum für Wirtschaftsforschung an der Universität Peking sagte das diese Reform der staatlichen Krankenhäuser würde zu ihrer ursprünglichen Bestimmung zurück zu finden: Dem Volk dienen und nicht Geld machen.
Dies sei eine angemessene Antwort auf all die Beschwerden über zu teure Gesundheitsversorgung hieß es laut Li.
China hat die staatlichen Krankenhäuser bis 1985 gesponsort. Danach änderte die Regierung sein Konzept und die staatlichen Krankenhäuser Gewinne machen. Dadurch wuchsen die Krankenhäuser deutlich schneller und auch Gehälter konnten erhöht werden.
Durch diese Änderung hat sich das Gesundheitssystem deutlich verbessert, doch durch die Tatsache das die Krankenhäuser mit den Gewinnen aus den Gesundheitsdiensten und Arzneimitteln wirtschafteten konnten, führte dazu dass die Gesundheitskosten stark angestiegen.
Zukünftig dürfen Krankenhäuser in Zukunft keine Gewinne aus Arzneimittel Verschreibungen machen. Sie werden ihre Einkünfte stattdessen aus der Staatskasse und aus Berechnung von geleisteter medizinischer Versorgung erhalten.

Nachdem Online Shops bei den Chinesen immer beliebter werden, erwägt die chinesische Regierung strengere Regelungen für Online Shops zu erlassen. Voraussichtlich nächsten Monat wird die Staatliche Verwaltung für Industrie und Handel (SAIC) die neuen Gesetze und Regelungen für den so genannten Customer2Customer Online Handel (Onlinehandel zwischen Konsumenten (Ebay Geschäfte oder auch Handel von virtuellen Gegenständen für Computerspiele)), veröffentlichen.
Die vorläufigen Berichte besagen das größere C2C Verkäufer eine Business Lizenz beantragen müssen, wodurch dann auch Steuern fällig werden. Kleine Verkäufer soll dies allerdings nicht betreffen.
Aktuell werden jedoch diese Regelungen erst noch geprüft, erforscht und analysiert, weiteres hierzu ist leider nicht bekannt.
Laut Hu Chau, einem solchen Online Shop Betreiber würden etwa 50 Prozent aller aktuell tätigen Online Shops ihren Betrieb einstellen, sobald diese dann auch Steuern zahlen müssten.
Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Online Shopper bereits um rund 45 Prozent angestiegen. Zahlen des Internet Network Information Center in China zeigen das im Jahr 2009 insgesamt 108 Millionen Transaktionen über Intenet Shops getätigt wurden. So belief sich das Volumen der Onlinegeschäfte im Jahr 2009 auf etwa 268 Milliarden Yuan, (umgerechnet 27 Milliarden Euro). Die Hochrechnungen der China IntelliConsulting Corporation sagen bereits, dass dieses Jahr dieses Gesamtvolumen auf 464 Milliarden Yuan steigen wird.
Entgegen Hu Chau’s Meinung sieht der Analyst Zhang Yanping der iResearch Consulting Group, einer renomierten Organisation welche sich auf das Internet spezialisiert hat, die Zukunft etwas anders. Seiner Meinung nach wolle die chinesische Regierung einzelnen C2C Verkäufern keine weiteren Steuern auferlegen. Vielmehr suche man nach verschiedenen Lösungen für die unterschiedlichen Gruppen von Verkäufern.
Allgemein werden die Online Geschäfte in zwei Modelle unterteilt: Zum einen in die Business Verkäufer welche bereits jetzt Steuern zahlen und eine Geschäftslizenz besitzen und die Konsumenten Verkäufer. Diese betreiben normalerweise alleine oder vielleicht mal zu zweit einen Onlineshop von einer größeren Online Shopping Website, diese brauchen dann keine Steuern zahlen da keine Lizenz notwendig ist.
Einen der größten Vorteile scheint man sich wohl darin zu erhoffen, dass wenn man größeren C2C Verkäufern Steuern auferlege, gefälschte Produkte vom Markt verdrängt werden können. Durch die Business Lizenz sei man dazu gezwungen, Nachweise für die gelieferte Waren vorzulegen. Illegale Verkäufer und Lieferanten können solche Belege jedoch nicht vorweisen.
Zhang von der iResearch will vorerst keine Bewertung über diese Regelungen abgeben, da diese im Moment noch nicht offiziell veröffentlicht sind und es daher schwierig sei deren Einfluss abzusehen. Allgemein sei abzuwarten was genau alles passieren wird, schließlich ist das elektronische Handelsbusiness in China noch immer im Aufbau.

Dem neuen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, nach zu folge sollten die Bemühungen der chinesischen Regierung deutlich mehr gewürdigt werden. Der Einkommensunterschied zwischen den Armen und Reichen des Landes verkleinerte sich in den vergangenen Jahren deutlich stärker als angenommen.

Im Bericht wird einerseits angedeutet, dass die Bemühungen um eines der schwierigsten sozialen Probleme, die Armut, weltweit immer mehr anerkannt würde. Dennoch stellen einige Experten den Bericht in Frage. Nach deren Meinung müsste die Regierung noch weit mehr an dem Problem arbeiten, um den Unterschied zwischen Arm und Reich zu reduzieren.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass die steigenden Sozialinvestitionen für die Einwohner in eher ländlichen Gebieten und Provinzen, sowie die steigende Abwanderung der Bürger in die Städte dazu beisteuerten, die Ungleichheit im Land zu mindern. Dadurch das immer mehr Bewohner ländlicher Gebiete zur Arbeitssuche in die Stadt abwandern würde, sich ihr Einkommen dramatisch erhöht.

Ein Lehrbeauftragter am Institut für Bevölkerungs- und Arbeitwirtschaft erklärte wie es möglich war das man in der Vergangenheit kaum möglich war den Abfall der Ungleichheit in China der vergangenen Jahre zu messen. Der Einkommensunterschied ist sowohl von internationalen Organisationen als auch Regierungsforschern schlichtweg unterschätzt worden, weil man die Bewohner der ländlichen Gegenden, welche in die Städte gezogen sind, nicht mit einberechnet habe.

Seit dem Jahr 2004 gibt es in den Städten eine deutliche Knappheit an Arbeitskräften. Durch diese Knappheit hat sich der Lohn von rund 30 – 60 Euro auf immerhin 120 – 150 Euro gesteigert. Durch diesen Wandel hat China zweifellos einen gewaltigen Schritt in den vergangenen Jahren gemacht um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen und sie aus der Armut zu holen. Wobei es keine Ebene der sozialen Schicht geben wird, die dabei benachteiligt wird, oder nicht an den Erfolgen dieser Entwicklung teilhaben kann.

Bei dem aktuellen Tempo mit welchem sich China immer mehr weiterentwickelt und modernisiert, wird es aller voraussichten nach spätestens im sich Jahr 2040 mit den westlichen Standards messen können.
Die Akademie der Wissenschaften in Peking veröffentlichte zu Ende Januar einen Bericht namens „China Modernization Report 2010“. Aus diesem ergibt sich das China in den Jahren zwischen 1990 – 2005 mit einem durchschnittlichen zweiten chinesischen Modernisierungsindex von 3,5 Prozent schneller in der Modernisierung voranschreitet wie der Rest der Welt. Wenn die Werte auch in den folgenden Jahren gleich bleiben, so zeigen die Hochrechnungen das China im Jahr 2040 bereits ein mittelentwickeltes Land sein wird.

Um ein mittelentwickeltes Land zu werden müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
Das jährliche Durchschnittseinkommen der Einwohner muss über einem Wert von 20.000 US-$ liegen (ca. 14.000 Euro), ebenso sollten die Schlüsselwirtschaftsindikatoren unter den 40 bestplatzierten der Welt liegen. Die Soziale Versorgung (Alters- und Gesundheitsversorgung) sollte 100% der Einwohner abdecken, etwa 80% der Bevölkerung müsse in Städten leben und mit diesen Voraussetzungen sollte auch die Lebenserwartung bei mehr als 80 Jahren liegen. Der Human Development Index (kurz HDI) sollte sich unter den ersten 20 Plätzen der am größten entwickelten Ländern einsortieren. Das Wachstum der Wirtschaft wird der Umwelt nicht weiter schaden und die Lebensqualität der Bevölkerung ist mit den großen weit entwickelten Ländern gleichzusetzen.

He Chuanqi, der Chef des Zentrums für Modernisierungsforschung, erklärte bereits, dass die Modernisierung des Landes bereits in der Mitte des 19. Jahrhundert begonnen hätten. Nun nach über 100 Jahren entwickele sich China von einem Entwicklungsland zu einem Schwellenland. Dabei sei auch festzuhalten das China bereits vier Fünftel der ersten Modernisierungsphase vollendet hat; Hongkong, Peking, Macao und Taiwan erreichen bereits sogar die zweite Modernisierungsphase. Manche der Indikatoren von Peking und Shanghai sind sogar mit denen Italiens zu vergleichen, existieren hier bereits beide Entwicklungsphasen, so sind sie aber noch ungleich verteilt. Die Modernisierung der Volksrepublik China sei einer der wichtigsten Teile der globalen Modernisierung, da es sich bei der Modernisierung des Landes gleichzeitig auch um den größten Teil der Menschheit handle.

Die durch das Sichuan Erdbeben beschädigten Gebäude in der Stadt Dujiangyan werden repariert! Bis spätestens September 2010 sollen alle arbeiten abgeschlossen sein. Die Regierung hat für den wiederaufbau der Stadt 950.000.000 Yuan bereitgestellt. Aus ganz China helfen unzählige Wissenschaftler und Arbeiter beim wiederaufbau.
Die im Nordwesten der Stadt Chengdu liegende Stadt Dujiangyan liegt etwa 17,5 Meilen entfernt vom damaligen Epizentrum des Erdbebens, welches am 12. Mai 2008 die verheerenden Zerstörungen anrichtete.
Dujiangyan ist aufgrund seines Dujiangyan Damms welcher aus der Qin Dynastie stammt, sowie den Erwang Tempel und Fulong Tempel sehr bekannt und kann damit auf eine über 2000 Jahre zurückreichende Geschichte blicken.
Bereits 6 Tage nach dem Erdbeben konnten Wissenschaftler einen Bericht vorlegen welcher die Schäden dokumentierte und bereits im Juni begann das Wiederherstellungsprojekt.
Geschätzte 400 Mitarbeiter aus dem Amt für den Schutz des kulturellen Erbes von China aus den Provinzen Fujian und Guangxi nahmen an den Maßnahmen teil. Die Bauleiter kommen aus dem Cultural Heritage Protection Research Center des Pekinger Tsinghua Urban Planning and Design Institutes.
In der ersten Phase des Bauprojektes werden alle Fundamente der bereits existierenden Gebäude verstärkt. In der zweiten Phase werden dann alle eingestürzten Gebäude wieder repariert werden. Der Erwang Tempel wurde zur Hälfte wieder hergestellt, wohingegen der Fulong Tempel bereits komplett restauriert wurde.
Um die Stadt gemäß ihrem Ursprung zu restaurieren werden weitestgehend nur Natürliche und Originalmaterialien genutzt. So wurde der Anstrich der Gebäude nicht mit normaler Chemischer Farbe gemacht, sondern es wurde ein kostspieligerer Anstrich aus den einheimischen Bäumen genutzt, der zudem auch schwieriger war anzubringen. Dafür aber wird der Glanz der Gebäude für längere Zeit erhalten bleiben.

Aller vorhersagen nach zu Urteilen werden die Pekinger Behörden in diesem Jahr eine neue Rekordzahl an neuen Visa Anträgen und Erneuerungen genehmigen. Das sagte zumindest das Immigrationsbüro für öffentliche Sicherheit. Voraussichtlich werden die Genehmigungen um etwa 10% den bisherigen Rekord des Jahres 2007 übertreffen, in welchem rund 210.000 Visa ausgestellt wurden. Aufgrund der Militärparade und Olympia wurden in der jüngsten Vergangenheit die Restriktionen deutlich schärfer behandelt.

Laut einem Sprecher des Immigrationsbüros im Pekinger Amt für öffentliche Sicherheit heißt es das der Anstieg auf die stark wachsende Wirtschaft zurück zu führen sei. Durch diese würden mehr Menschen eine Anstellung in Peking suchen.

Die Vorhersagen schätzen das mindestens 200.000 neue Visa beantragt werden, wobei davon auch ein sehr großer Teil den ausländischen Studenten zuzuschreiben ist, welche in China einen Studienplatz erhoffen. Dies gilt jedoch auch für Businessvisa und Reisevisa.
Die zurückliegende Verschärfung der Richtlinien sei Ziel und Teil einer Landesweiten Kampagne gewesen um die Sicherheit während der Militärparade und den Olympischen Spielen zu gewähren. Die meisten der Ablehnungen wurden laut Aussage eines Sprechers nur wegen fehlerhafter oder gar falscher Identifikation ausgesprochen, oder aber wegen Verstößen gegen spezifische Reglungen der Regierung. Dieses Jahr hingegen werden die Mehrheit aller Anträge jedoch wieder akzeptiert.

Der Leiter der ausländischen Beratungsfirma „Cross Search International“ lebt aufgrund einer Vollzeitanstellung seid 2007 in China. Um ein neues Visum zu erhalten nutzt er ein auf Visa spezialisiertes Unternehmen. Zwar habe er keinerlei Probleme bisher gehabt ein Visum zu erhalten, doch berichtet er davon dass es nicht leichter wird, sonder vielmehr immer schwieriger ein Visum zu erhalten.
Aktuell leben weit mehr als 110.000 Ausländer längerfristig in Peking. Von diesen Ausländern kommen die meisten aus Südkorea und den USA laut einer neusten Studie. Täglich besuchen weit mehr als 10.000 die chinesische Hauptstadt.

Erneut müssen etwa 300.000 Menschen nahe dem Drei-Schluchten-Damms umgesiedelt werden, damit wären es dann knapp 1,438 Millionen Menschen die für den Damm ihre Häuser verlassen müssen. Der Staudamm welcher gleichzeitig das größte Wasserkraftwerk der Welt ist gehört zum Plan des Landes saubere und vor allem billige Energie zu erzeugen, als auch Hochwasser und Dürre zu verhindern.

Im Jahr 1992 wurde mit dem Bau des Wasserkraftwerkes begonnen und nach gut 14 Jahren im Jahr 2008 fertig gestellt, sodass es nun seid rund 2 Jahren in der Lage ist Strom zu erzeugen. In der ersten Phase der Umsiedlung wurden bereits weitgehend alle Chinesen der Provinz Hubei und Chongqing umgesiedelt heißt es in einem Regierungsbericht.

„Ein Ökogelände beziehungsweise eine Pufferzone, das neben dem Stausee gebaut werden soll, um die Wasserqualität des Jangtse-Stausees zu verbessern und die Verschmutzungen durch die in der Nähe lebenden Menschen zu reduzieren, wartet noch auf die Genehmigung“ heißt es laut dem städtischen Kongress Abgeordneten Hu Jiahai. „Darüber hinaus müssen die Menschen auch diejenigen Regionen verlassen, die von Erdrutschen bedroht sind, die auf Grund des andauernd steigenden und fallenden Wasserspiegels von 145 Meter bis 175 Meter auftreten, was bei der Stromproduktion notwendig ist.“ Heißt es weiterhin von Hu Jiahai. Neben den folgenden 300.000 Chinesen die noch umsiedeln müssen, ist es theoretisch Möglich dass nach der geologischen Untersuchung noch weitere Umsiedlungen stattfinden müssen.

Nun besteht jedoch das Problem der Überbevölkerung der Gebiete Rund um den Staudamm. Einer Untersuchung nach zufolge leben bereits jetzt etwa 2,1 Mal so viele Menschen dort als der dem Landesweiten Durchschnitt entspricht. Durch diese starke Überbevölkerung fehlt auch leider weitere Fläche zur industriellen Nutzung. Aus diesem Grund mussten bereits sehr viele Menschen erneut in andere Nachbarprovinzen umziehen.
Aber nicht nur wegen des Platzmangels für den Stausee des Wasserkraftwerkes, sondern auch wegen der steigenden Gefahr weiterer Bedrohungen durch Naturkatastrophen, alleine dafür mussten weitere 53.000 Menschen umgesiedelt werden.
Die Jiusan Gesellschaft hat auf einer Tagung des Chongqinger Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes vorgeschlagen einen neuen Weg zu schaffen die Gefahren zu verhindern oder mildern soll. „Dem gegenwärtigen Mechanismus fehlt es an Voraussicht und einer Zielsetzung. Er behandelt eher die Folgen, als dass er den Gefahren vorbeugt“ hieß es laut Chen Hongkai, einem Mitglied der Körperschaft.

Google: „Möglicherweise schließen wir unsere Büros in China“

Google droht mit einem Rückzug aus China, denn der Internetkonzern will sich nicht mehr länger der chinesischen Zensur beugen. Dafür nehmen sie sogar einen Abzug aus dem größten, aktuell mit interessantesten und am schnellsten wachsenden Internetmarkt der Welt in Kauf.

Vier Jahre nach der Selbstzensur will Google das staatlich diktierte Filtern von heiklen Inhalten wie z.B. das Tiananmen Massaker beenden und zwar mit dem Rückzuck aus dem Internetmarkt.  Ausschlaggebend für diesen Rückzug seien nach Angaben von Google massive Hacker-Angriffe aus China, der Diebstahl von Programminformationen sowie die zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit im chinesischen Internet.  Internationale Bürgerrechtsgruppen begrüßten diese wichtige Entscheidung als einen mutigen Schritt zum Schutz der Internetfreiheit und Menschenrechte.

“Wir haben entschieden, dass wir nicht länger bereit sind, unsere Suchergebnisse auf Google.cn zu zensieren“, schrieb Googles Chefjustiziar David Drummond im Firmenblog. Hilary Clinton hat Aufklärung von Google durch die chinesische Regierung gefordert. Google hat bei den Behörden zu klären versucht ob die lokale Suchmaschine eventuell ganz ohne Zensur betrieben werden kann.  „Wir sind uns bewusst, dass dies bedeuten kann, dass wir die Website Google.cn und möglicherweise auch unsere Büros in China schließen müssen.“

Durch die Angriffe, Überwachung und die Versuche die freie Meinungsäußerung zu einzuschränken will Google sein China-Geschäft wohl komplett auf den Prüfstand stellen und als Konsequenz ihr Unternehmen dem chinesischen Markt zu entziehen. Laut dem „Wall Street Journal“ sind bei den Hackerangriffen aus China schon wichtige Quellcodes gestohlen worden, doch die Sicherheitsmängel konnten identifiziert werden. Google nannte dies unter anderem einen „Diebstahl geistigen Eigentums“ und einem „hoch raffinierten und gezielten Angriff auf unsere Unternehmensstruktur, der aus China kam“. Weiterhin sind auch vergleichbare Angriffe auf mindestens 20 weitere Unternehmen bekannt geworden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die Vorwürfe „wecken sehr ernste Sorgen und Fragen“. „Wir erwarten eine Erklärung der chinesischen Regierung.“

Hauptziel des Angriffs sind Email-Konten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten gewesen. Doch wurde das Ziel nach den derzeitig vorliegenden Erkenntnissen nicht erreicht. Den Angreifern gelang es einzig sich Zugang zu zwei Postfächern zu verschaffen und deren Kontoinformationen und Betreffzeilen von E-Mails einzusehen, der Inhalt allerdings blieb ihnen verwährt. Entdeckt worden ist weiter unabhängig davon, dass eine Vielzahl Nutzerkonten, die sich für Verbesserung der Menschenrechte in China einsetzten, von außen gezielt überwacht worden sind. Höchstwahrscheinlich wurden dafür Passwörter ausgespäht oder auch bösartige Programme benutzt.

Googles Vorgehen gegen die Zensur in China wurde auch von weiteren Menschenrechtsgruppen wie der Human Rights Watch als “großen Schritt zum Schutz der Menschenrechte online“ begrüßt. Chinas Regierung setze „massive finanzielle und personelle Ressourcen ein, um das Internet zu zensieren und Internetnutzer zu jagen und zu bestrafen, die Ansichten vertreten, mit denen die Kommunistische Partei nicht einverstanden ist“.

„Google hat einen mutigen und schwierigen Schritt für die Internetfreiheit zur Unterstützung fundamentaler Menschenrechte getan.“ So kommentierte das Center für Democracy and Technology (CDT) in den USA den Schritt von Google.

Beim Start der chinesischen Suchmaschine vor 4 Jahren musste Google bereits massive Kritik einstecken weil sie sich bereit erklärten die Ergebnisse selbst zu filtern. Suchergebnisse zu politisch brisanten Themen wie die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens wurden einfach gefiltert oder die die Demonstation der Tibetischen Mönche und wobei massiv Tränengas eingesetzt wurde und dutzende Mönche getötet wurden.

Mit rund 340 Millionen Nutzern und einer extrem stark wachsenden Wirtschaft gilt China als wichtiger Zukunftsmarkt. Ebenso bei der Internet-Werbung, dem Kerngeschäft von Google. Die weltweit am häufigsten benutzte Suchmaschine betreibt Google. In China jedoch konnte sich Google nicht länger gegen die chinesische Suchmaschine Baidu durchsetzen. Deren Marktanteil ist nun im dritten Quartal 2009 laut eigenen Angaben auf 77 Prozent gestiegen. Auch hier war der Betrieb vor einigen Tagen ebenfalls durch einen Angriff von Hackern beeinträchtigt.

Aus der Sicht von chinesischen Internetexperten wäre der Rückzug von Google aus China ein wirklich großer Verlust. „Sich aus China zu verabschieden, wäre die dümmste Entscheidung von Google“, sagte der frühere Chef von Microsoft China, Tang Jun, nach Angaben von verschiedenen chinesischer Medien. „wenn es wahr werden würde, kann die Industrie als Ganzes nur verlieren“ sagte der chinesische Experte Lu Benfu von der Akademie der Wissenschaften.