Chengdu, die Hauptstadt der bevölkerungsreichsten Provinz Sichuan hat sich trotz aller Modernisierungsmaßnahmen viel von ihrer Geschichte bewahrt. Auf dem ersten Blick zeigt sich die Stadt Chengdu die mit ihrem Einzugsgebiet etwa 12 Millionen Einwohner hat wie eine ganz normale Großstadt. Aber die Stadt und die Umgebung haben den Touristen viele der schönsten und berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Landes zu bieten. Neben der herrlichen Tempelarchitektur, den stimmungsvollen Teehäusern und den Großen Pandas ist die Stadt auch eine günstige Ausgangsbasis für eine Reise nach Tibet oder eine buddhistische Pilgerfahrt nach Leshan und zum Emeishan. Auch ist die Stadt Umschlagsplatz für Tee und Seide. Ganz berühmt ist die Stadt auch für ihre sehr scharfe Sichuan Küche. Alleine für diese lokalen Gerichte kommen Touristen in die Stadt.

Aufzuchtstation Großer Panda
Etwa 11 km nördlich von Chengdu befindet sich die größte Pandaaufzuchtstation der Welt. Hier wird der Fortbestand dieser Tiere auf etwa 600 Hektar Land gesichert. Die Pandas streifen hier in großen Bambushainen und Wäldern herum. Die Aufzuchtstation wurde genau an den Lebensraum der Pandas angepasst. Es wird sehr genau darauf geachtet dass immer viel frische Luft im Reservoir herrscht, denn überall gibt es dichten Bambus der viel Sauerstoff produziert. Zurzeit leben dort etwa 38, der stark vom Aussterben bedrohten Lebewesen. Am besten kann man die unter Naturschutz stehenden Tiere zur Fütterungszeit sehen. In freier Wildbahn kann man nur noch sehr wenige Pandas finden, da die Menschen den Pandas immer mehr Lebensraum nehmen und sie somit verdrängen.

Der Wuhou Tempel
Dieser Tempel steht südwestlich vom Jin-Fluss, ist einer der schönsten und ältesten Tempel in Chengdu und ist ein Baudenkmal aus der Zeit der Drei Reiche. Er wurde im 4. Jh erbaut und im Jahr 1672 komplett restauriert. Deshalb sind die einzelnen Gebäude und Skulpturen auch heute noch in so einen guten Zustand.
Hier kann man das Grab von König Liu Bei besichtigen und auch gibt es einen Lotusteich mit einigen Pavillons zu sehen. Wuho heißt so viel wie Kriegsminister, was sich auf Zhuge Liang bezieht, einen berühmten Militärstrategen jener Epoche.

Teehäuser in Chengdu
Die Stadt ist für seine Teehäuser berühmt, die chadian, wo man sich in einen Bambussessel setzt und mit Freunden plaudert. Während der Kulturrevolution wurden viele dieser Häuser als Treffpunkt der Intelligenz geschlossen. Bei dampfendem Cha kann man hier auch Karten spielen, Zeitung lesen und hitzige Debatten führen. Das Panorama des Gesellschaftslebens in China wird hier deutlich.
Dem Wenshu-Tempel ist ein Teehaus angeschlossen, und viele der Teetrinker machen von dort einen Abstecher zum Renmin Park westlich von Stadtzentrum. Eine ganze Reihe von Teehäusern säumt auch den Jin-Fluss, der sich durch die Stadt zieht.

Der Wenshu Tempel
Dieser Tempel ist eine weitläufige buddhistische Anlage im Norden von Chengdu. Zudem ist er der besterhaltenste und zugleich größte der Stadt. Berühmt ist er wegen seiner zehn eisernen Figuren buddhistischer Götter und hundert bronzenen Buddhafiguren. Die vier Himmelskönige, zwei auf jeder Seite am Eingang sind bunt bemalt. Zur Anlage gehören eine Reihe von Tempeln sowie ein großes Teehaus, wo sich die Leute treffen, um sich zu entspannen und Zeitung zu lesen. Im rückwärtigen Bereich der Anlage befindet sich ein angenehmer Garten mit mehreren verschlungenen Pfaden. Wirklich beeindruckende hier sind aber wohl die vielen Gläubigen, die zusammenkommen, um Buddha anzubeten, dies wird „baifo“ genannt. Am Wochenende lässt sich das rege Treiben am besten beobachten. Vor dem Tempel werden an Ständen alle möglichen Devotionalien angeboten.

Die Hütte des Du Fu
Die Hütte des Du Fu ist ein bedeutender Ort für die Chinesen und liegt westlich vom Qingyang Palast. Du Fu war ein konfuzianischer Dichter der Tang Zeit und gilt als der bedeutenste Lyriker Chinas, denn sein Leben war sehr leidvoll. Sein trinkfreudiger Mitstreiter Li Bai wird oft in einem Atemzug mit ihm genannt, obwohl die beiden als Person wie auch als Schriftsteller völlig unterschiedlich waren.
Sowohl seine strohgedeckte Hütte als auch andere Orte hat Du Fu in über 200 Gedichten beschrieben, die er hier verfasste. Wer der Hütte schon einen Besuch abgestattet hat, dokumentiert eine Chronik. Mao Zedong, Zhu De, Liu Shaoqi, Deng Xiaoping und der Dramatiker Cao Yu sind nur einige die schon hier waren.
Es gibt auch Modelle die zeigen wie sich das Haus im Lauf der Zeit verändert hat.

Für die Chinesen ist die Tang Dynastie am ruhmreichsten. Li Yuan gelang es nämlich, China wieder seinen Einfluss in Korea und Zentralasien zu sichern. Der Beamtenapparat entwickelte sich unter der Schutzherrschaft des Neo Konfuzianismus, einer Philosophie, die durch Taoismus und Buddhismus ausgelöscht worden war. So wurde das klassische konfuzianische Prüfungswesen zur Berufung von Staatsdienern wieder eingeführt.
Um Fehler der früheren Dynastien zu vermeiden, bezog man die Bauern durch ein System der Landverteilung in die Politik ein. Unter der früheren Tang kam es zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich günstig auf das Gewerbe und die Handelsbeziehungen mit dem Ausland auswirkte. Die Dynastie übte auch großen Einfluss auf Zentralasien aus und baute die Kontakte zu Tibet aus. Die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu Japan führten dazu, dass die Japaner schließlich die chinesischen Schriftzeichen übernahmen.
Fruchtbare Kontakte mit anderen Kulturen an der Seidenstraße wurden durch eine tolerante Politik gegenüber Ausländern begünstigt, was eine kosmopolitische Einstellung entstehen ließ. Mehrere Religionen, darunter das Neorianische Christentum, Manichäismus und der Islam, hielten in China Einzug, doch keine kam zu solcher Blüte wie der Buddhismus.
Die berüchtigtste Kaiserin der chinesischen Geschichte, Wu Zetian (auch Wu Hou) regierte in dieser Dynastie. Sie war zunächst nur die Geliebte des Kaisers, kam durch Lug und Trug 698 jedoch an die Macht, bis man sie dann 705 zum Abdanken zwang.
Unter ihrer Herrschaft erblühte der Buddhismus, vor allem wohl wegen ihres Faibles für buddhistische Mönche. Die Geschichte dieser Frau ist faszinierend.
Ein Wahrsager am Hof warnte den Kaiser, keine Dame namens Wu in den Palast zu lassen, denn sie würde die Tang Dynastie zerstören. Wu Zetian war über den Versuch, sie auszuschalten, außer sich, schließlich gelang es ihr aber doch, auf den Thron zu kommen.
Die Regentschaft von Xuangzong (712 – 756) wird oft als das goldene Zeitalter der Tang bezeichnet. Die Dynastie war allerdings durch eine Niederlage in der Schlacht gegen die Araber im Jahr 751 geschwächt sowie durch die Revolte von An Lushan, einem türkischen General.
Der Aufstand wurde zwar erfolgreich niedergeschlagen, ging aber trotzdem auf Kosten der staatlichen Kontrolle.
Die Tang Dynastie geriet dann unter den Einfluss von Eunuchen, mehrere Kaiser wurden vergiftet.
Der Buddhismus erlebte eine Zeit der Unterdrückung, die Wirtschaft lag am Boden und die absolut ausgebeuteten Bauern probten wieder den Aufstand. Die Tang Dynastie wurde durch Rebellionen geschwächt, und China fiel in die Hände von Kriegsherren.
Die Tang Kultur stellt in der chinesischen Geschichte einen Höhepunkt dar, besonders während der Herrschaft von Xuangzong. Seine Poesie blieb unübertroffen; auch die Dichter Li Bai und Du Fu erlangten Ruhm. Han Yu ist vor allem für seine hervorragende Prosa bekannt. Der Buchdruck in China reichte in die Zeit der Tang Dynastie zurück. Damals entstand auch das erste gedruckte Buch der Welt, das Diamant Sutra, das in den Grotten von Dunhuang entdeckt wurde. In dieser Epoche erreichte die buddhistische Kunst ihren Höhepunkt, allerdings wurden viele Werke  durch antibuddhistische Repressionen zerstört. Eine Auswahl an Statuen ist in den Dunhuang  und Longmen Grotten jedoch erhalten geblieben.
Auch die Malerei entwickelte sich und ebnete so der erfolgreichen Song Dynastie den Weg.