Die Hauptstadt der Provinz Zhejiang, etwa 180 km südlich von Shanghai an der Mündung des Qiantan Jiang gelegen, liefert China vor allem das Idealbild einer Stadt in lieblicher Landschaft. Den Westsee mit seinen Dämmen ließen die Pekinger gleich zweimal in ihren Gartenpalästen nachbauen. Hangzhou ist seit alters ein Ort mit gehobener Lebensart.
Um die Stadt rankt sich ein bedeutender Sagen- und Legendenschatz, jedoch bietet Hangzhou wenig an historischen Bauten. Aus der 150-jähringen Glanzzeit unter der südlichen Song Dynastie (1127 – 1279) blieb nichts erhalten.
Das heutige Hangzhou hat Teil am anhaltenden Boom des Shanghaier Großraums, der auch hier Hochhäuser entstehen lassen hat, die aus der Westsee-Perspektive als ärgerlich und töricht gelten müssen. Wenn man ein romantisches Ortsbild erwarten würde wäre das ein Fehler. Es gilt dennoch: Wer Hangzhou versäumt, versäumt auch ein wesentliches Stück Chinas.

Der Westsee
Für die Chinesen ist der Westsee ein himmlischer, archetypischer See, ein Prototyp und Paradebeispiel. Für jeden Chinesen ist es ein Muss einmal an diesem See gewesen zu sein.
Der im Schnitt etwa 1,5 Meter tiefe See mit etwa 15 km Umfang ist das berühmteste aller Stadtgewässer in China. Der See wird im Norden vom Weißen Damm durchschnitten, der erstmals in der Tang-Zeit angelegt wurde. Der Westsee führt von der Stadtpromenade am Nordostufer über die „Gebrochene Brücke“ zur Insel Gu Shan.
Auch wenn schon viel Schönheit des Sees duch den Tourismus zerstört wurde, sind doch noch einige Charmante Ecken verblieben. Es gibt weidenumsäumte Ufer, Promenaden, Teehäuser, Pagoden, Inseln, Lotos, alles umrahmt von sanften Hügeln.
Wer einmal den See umrunden möchte, benötigt dazu einen halben Tag. Wer sich auch den Sehenswürdigkeiten (betrachtet man am besten von einem der zu mietenden Boote aus) ausführlicher widmen möchte braucht natürlich länger.

Drachenbrunnen
Die Stadt Drachenbrunnen im Südwesten des Westsees ist für ihren exquisiten Tee bekannt. Hier heraus zu fahren ist vielleicht nicht das wahre Vergnügen, denn alles ist auf Touristen-Dollars abgestellt. Dennoch ist die Landschaft hübsch anzusehen.

Apotheke Hu Qingyu Tang
Die wohlerhaltene pharmazeutische Manufaktur( 1974 gegründet ) in der Hangzhouer Altstadt beherbergt heute ein Apothekermuseum. Das schönste Ausstellungsobjekt ist das reich mit Schnitzereien verzierte Gebäude selbst. Im prächtigen traditionell gestalteten Verkaufsraum kann man zusehen wie chinesische Medikamente gemischt werden.

Das Seidenmuseum
Hier bekommt man Mode aus zwei Jahrtausenden zu sehen. Seidenreste aus der östlichen Han-, Jacken aus der Song-Dynastie, feinster Satin und Roben aus der späteren Kaiserzeit. Prunkstück ist eine goldglänzende Hofrobe des Qianlong Kaisers. Auch über Seidenraupen, Seidenweberei und Brauchtum erfährt man hier sehr viel.

Der Yuefei Tempel
Der Tempel des Generals Yue Fei am Nordwestufer erzählt die Geschichte des tapferen Generals der Song-Dynastie, der hier begraben liegt. Der Meisterstratege, Patriot und Erfinder einer Variante der chinesischen Kampfkunst, wurde ins Gefängnis geworfen und trotz seiner erfolgreichen Aktionen gegen die Übergriffe der Nördlichen Jurchen hingerichtet. Er wurde posthum rehabilitiert und später in den Status eines Helden und Halbgottes erhoben. Auch die Kommunisten würdigten ihn als beispielhaften Patrioten.
In der Tempelanlage gibt es die Statuen des knienden Qin Hui zu sehen, der Mann der den Verrat an Yue Fei beging, seiner Frau und zwei verräterischer Beamten.

Quelle des laufenden Tigers
Diese Quelle ist ebenso mysteriös wie berühmt und befindet sich nur etwas außerhalb von Hangzhou. Ihr Name entstand dadurch das der Entdecker dieser Quelle einem Tigerpaar in den Wald gefolgt ist und dabei auf den Teich mit seinem klaren Wasser aufmerksam wurde. Unerklärlicherweise hat das Wasser hier eine besonders hohe Oberflächenspannung. Wer Feingefühl und Geduld hat dem wird es gelingen eine Geldmünze auf dem Wasser schwimmen zu lassen.

Die Sechs Harmonien Pagode
Am Stadtrand von Hangzhou befindet sich eine 60 Meter hohe Pagode. Sie steht direkt am Ufer des Qiantang und wurde im Jahr 970 gebaut. Damals diente sie als Leuchtturm und sollte die Bewohner der Stadt vor den jährlichen Fluten schützen.
Die Pagode wurde aber bei einer Springflut im 12. Jh zerstört aber umgehend wieder neu aufgebaut. Heute trägt die Pagode eine schöne Holzverkleidung aus dem Jahr 1900. Bis heute ist es für Touristen möglich sieben Stockwerke der Pagode über eine Wendeltreppe zu besichtigen. Die Pagode wurde übrigens nach den sechs Paramitas des Buddhismus zum Erreichen der Buddhanatur benannt.

Dali ist einer der wenigen Orte Chinas, die es einem Reisenden schwer machen, überhaupt wieder weg zufahren. Dali liegt in der südwestlichen Provinz Yunnan, ca 370km von deren Hauptstadt Kunming entfernt und ist eine sehr alte Stadt. Im Jahr 1382 wurde die Stadt auf einer Ruine einer älteren Stadt errichtet. Das typische Schachbrettmuster des damaligen Städtebaus ist aber heute auch noch erhalten. Auch die Stadtmauer und das Nord- und Südtor der Stadt sind in gutem Zustand.
Dali war einst die Hauptstadt des Reiches Nanzhao. Die Region geriet dann im 13. Jh unter die Herrschaft der Mongolen. Die größte ethnische Minderheit sind die Bai, die eine tibeto-burmesische Sprache sprechen. Ihre traditionellen Häuser, die mit meist grünen Dachziegeln gedeckt sind, kann man in Xizhou, im Norden der Stadt sehen.
Dali ist für seinen Marmor bekannt und in der Haupteinkaufsstraße gibt es viele Marmorbilder zu kaufen. Auch das Museum von Dali hat schöne Exemplare zu zeigen. Des Weiteren hat Dali noch viele traditionelle Werkstätten und Geschäfte, Tempel und Klöster zu bieten, die noch heute für Touristen zugänglich sind.

Die drei weißen Pagoden
Das wahrscheinlich berühmteste Fotomotiv von Dali sind die drei weißen Backsteinpagoden des Chongshen Klosters, am Fuße des Zhonghe Berges. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt und landesweit berühmt. Die mittlere Pagode, mit 16 Dächern ist im Grundriss quadratisch und 69 m hoch und stammt aus dem 9. Jh.
Die zwei anderen sind achteckig und nur 42 m hoch und auch 100 bis 200 Jahre jünger.
Die Pagoden stehen auf dem Gelände eines im Stil der Tang Zeit rekonstruierten Tempels, in dem über die Geschichte informiert wird und ein Teil jener gut 680 Reliquien ausgestellt ist, die bei einer Restaurierung der Türme 1978 bis 1980 im Fundament und in der Spitze der großen Pagode entdeckt wurden.

Erhai See
Etwa zehn Minuten mit dem Fahrrad von Dali entfernt liegt der Erhai See. Die beste Sicht auf den See hat man vom Zhonge Tempel aus.
Kormoran Fischen ist hier sehr beliebt und die Hotels in der Umgebung organisieren solche Ausflüge gerne für Touristen. Der See fungiert auch als Wasserstrasse nach Wase, einem traditionellen Dorf am Ostufer mit lebhaftem Markt an jedem 5., 10., 15., 20., 25., und 30., eines Monats.
Auf der Insel Putuo mit einem Tempel namens Guanyin lebt eine kleine Gemeinde. Man kann sich in der Ausländerstraße erkundigen, ob eine Gruppe gemeinsam hinüberfahren möchte. Ansonsten kann man ein Boot nehmen, etwa fünf Kilometer östlich von Dali an der Anlegestelle Caicun.

Der Zhonge Tempel und Umgebung
Die Landschaft rund um Dali ist herrlich. Hier gibt es faszinierende Tempel und das eine oder andere Dorf mit original Bai-Architektur zu sehen. Ein Stück außerhalb von Dali auf einem Berg liegt der Zhonge Tempel. Von hier aus hat man einen guten Ausgangspunkt umd die Umgebung zu erkunden. Ein Weg schlängelt sich bergauf aber man kann auch 20 Minuten mit der Bergbahn fahren und dabei die herrliche Sicht über den Erhai-See genießen. Die Bahn fährt an vielen Gräbern vorbei, an verfallenen Häusern und an Bächen. Oben angekommen steht man dann am Eingangstor zum Tempel, der buddhistische und taoistische Elemente aufweist. Führer bieten einen Ausritt mit einem Pony an, in die Wälder und weiter zu Quellen, Wasserfällen und Flüsschen. Alles zu finden in den Cangshan Bergen die das Hinterland von Dali bilden.

Guanyin Tempel
Etwa 5 km südlich von Dali befindet sich ein hübscher kleiner Guanyin Tempel. In der kleinen Halle vor dem Haupttempel steht die Göttin und wird von 18 Luohan verehrt. Die Luohan sind in kleinen in den Fels gehauenen Nischen untergebracht und haben einen lebhaften Gesichtsausdruck. Einer hat einen besonderen langen Arm, der nach dem Mond in den Wolken zu greifen scheint. Ein anderer zieht seine Hose Hoch, unter der dürre Beine zum Vorschein kommen. Links von ihm steht ein berauschter, schwankender Luohan. Wieder ein anderer reitet auf einem Tiger, während ein weiterer sich seinen Bauch aufreißt, der einen Buddha sehen lässt. Man sollte auch nach den Luohan mit den überlangen Augenbrauen Ausschau halten.
Die Tempelanlage ist ein Nonnenkloster, das bewohnt ist. Der große Tempel hinten beherbergt eine Sammlung von Buddhastatuen. Im Innenhof steht ein rechteckiger Tempel in einem Teich mit Brücke auf einem Findling. Der Felsen wurde offensichtlich von der Göttin in diese Position gerollt, um eine Armee am weiteren Vorrücken zu hindern.
Die beiden goldenen Schriftzeichen an der Tür rechts beim Eingang bedeuten Rad des Gesetzes.